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Richard-Wagner

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Ein Dorf

from Richard-Wagner on 10/14/2015 08:52 PM

Vor etlichen Jahren war ich schon einmal hier, in diesem Dorf.
Jahre zuvor auch schon mehrmals. Danach, also nach etlichen Jahren, auch noch mehrmals.
Dieses Jahr war ich auch wieder hier, also dort, in diesem Dorf.

Die Frage die mich vor meiner Anreise schon sehr beschäftigte war :
Hat sich etwas verändert seit meinem letzten Aufenthalt ?

Bei meiner diesjährigen Ankunft am Dorfrand erinnere ich mich an damals. Damals, lange ist es her.
Damals, als der Bus hier noch keine Haltestelle hatte, und wir mitten auf der Strasse aussteigen mussten.
Um dann von Jannis, in Ermangelung von Taxen und Strassen, mit Eseln abgeholt wurden und auf Eselspfaden
zu unserem Quartier gebracht wurden.
Und heute ist Jannis Taxifahrer, bestreitet daraus seinen Lebensunterhalt, fährt mich in mein Quartier.
Er hat ein neues Taxi. Ich weis gar nicht mehr, ob es das dritte oder vierte Fahrzeug ist seit damals, seit den Eseln.
Ich war viel zu oft hier um mit zu zählen wie oft genau. Richtig bemerkenswert finde ich, dass Jannis,
wenn er mich ins Quartier fährt, zu Beethovens Melodie Schillers Text singt

Festen Mut in schwerem Leiden,
Hülfe, wo die Unschuld weint,
Ewigkeit geschwornen Eiden,
Wahrheit gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Königstronen,
Brüder, gält' es Gut und Blut
Dem Verdienste seine Kronen,
Untergang der Lügenbrut!

Er lacht dann immer und freut sich, weil er sich so an meinen Namen erinnert.
Er assoziiert Beethoven und Schiller mit Wagner.
Im Quartier angekommen freut man sich auch schon sehr, mich endlich wieder zu sehen.
Auch hier hat man mich in guter Erinnerung, und die herzliche Umarmung mit Bruderkuss
ala Honnecker beweist auch, man hat mich wieder erkannt.
Und da das Haus jetzt eh Menschenleer ist, darf ich mir ein Zimmer aussuchen.
Ich wähle eins zum Hof, mit schöner Aussicht auf die Küchenkräuter welche hier im Hof wachsen.
Ich gehe später durch das Dorf, hinaus auf eine grosse Strasse. Mein Blick kann nun ungehindert
schweifen. Über Wiesen und Felder. Hier hat sich einiges verändert. Obwohl die Sonnenblumen noch
nicht ganz abgeerntet sind, wachsen hier teilweise schon andere Feldfrüchte. Ein Zeichen der Veränderung.
Ich kehre zurück ins Dorf, setze mich an den Marktplatz und geniesse den lauen Abend bei einer Zigarette
und einer Dose Bier vom Kiosk. Die Ruhe tut gut. Ich freue mich auf den nächsten Tag.

Früh morgens wache ich auf. Nicht dass ich mich ausgeschlafen fühle, nein, richtig müde bin ich noch,
aber da gibt es dieses Gefühl im Unterlaib, fast schon ein leichter stechender Schmerz.
Ich muss dringend zur Toilette.
Da ich schon mal wach bin kann ich einen Sonnenaufgang beobachten. Er ist sehr schön.
Ich gehe zum einkaufen in einen Lidl. Beim bezahlen an der Kasse sehe ich ein Schild auf dem steht :
Vereehrte Kunden. Bitte teilen Sie der Kassiererin mit, wieviele Tüten Sie benötigen.
Das nenne ich mal Service. Da könnten sich viele Lidl Fillialen in Deutschland ein Beispiel dran nehmen.
Beim Bäcker kaufe ich dann ein Brot vom Vortag. Ich werde das mitnehmen, Stückchenweise
verpacken und bei meiner Rückkehr verschenken, damit die Beschenkten selber testen können,
dass altes Brot heute genauso wenig schmeckt wie früher.
Den Rest des Tages verbringe ich wieder am Marktplatz. Da ich heute früher hier bin als gestern habe ich
auch mehr Zeit als gestern. Zeit um diese spannende Reise Revue passieren zu lassen.
Und Zeit um sogar nach dem Bier auch noch einen Wein zu trinken.
Morgen geht es weiter, auf zu anderen Orten, an denen ich auch schon oft war.
Aber hierher, in dieses Dorf, werde ich wieder kommen.



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